Derek Jarman
War Requiem
Die umstrittene Britten-Verfilmung
Der letzte Auftritt des großen, alten Laurence Olivier ist nur eine der Sensationen in Derek Jarmans umstrittener, drastischer und ungewöhnlicher Ausdeutung von Benjamin Brittens musikalischem Friedenswerk.
Ein Gedicht von Wilfred Owen, das seine Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg beschreibt, bildet das Gerüst von Jarmans experimentellem Film, der Krankenschwestern, Kriegsveteranen und »unbekannte Soldaten« als Opfer eines jeden Krieges zeigt. Fiktive Szenen sind mit Dokumentaraufnahmen aus dem Kriegsmuseum aufbereitet und mit dem Oratorium Benjamin Brittens unterlegt, das dieser 1962 anlässlich der Wiedereröffnung der Coventry Cathedral schrieb.
Ein anspruchsvolles, schwieriges Filmgedicht, getragen von ausgezeichneten Darstellern und exzellenter Kameraarbeit. Es unterstreicht Jarmans Stellung als einer der außergewöhnlichsten Filmemacher Englands. In seiner letzen Filmrolle ist hier noch einmal die Kinolegende Laurence Olivier zu sehen. Außerdem Nathaniel Parker, Tilda Swinton, Patricia Hayes, Owen Teale und Nigel Terry.

