François-Joël Thiollier
Triumph und Trauer
Klavierwerke von Scriabin, Liszt, Ravel u. a.
Zwischen Vorahnung, Verherrlichung und Versehrtheit: mit Ravels »La Valse«, Liszts Rakoczy-Marsch oder Scriabins »Prelude für die linke Hand« durchmisst Thiollier das Universum der Kriegsmusiken.
Er gab sein Konzertdebüt in New York 1948. Der Präsident der USA hieß damals Harry S. Truman, und wenn wir von der Dauer üblicher Musikerkarrieren ausgehen, dann müsste François Joël Thiollier heute seinen fortgeschrittenen Ruhestand genießen. Das Gegenteil ist der Fall. Der Pianist versprüht den Charme und den Elan eines Jugendlichen und ist 62 Jahre alt – sein erstes Konzert gab er mit fünf Jahren. Auch die weiteren Stufen seiner Weltkarriere nahm der Franzose im Eiltempo.
Als Kind studierte er in Paris, anschließend in New York. Er gewann bei internationalen Wettbewerben acht »Grand Prix«, darunter bei »Königin Elisabeth« (Brüssel) oder »Tschaikowsky« (Moskau). Thiollier konzertiert mit dem Amsterdamer Concertgebouw Orchester, dem Orchestre National de Paris und den Petersburger Philharmoniker und spielt weltweit in den bedeutendsten Konzerthäusern.

