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Michiko Kamiya gewinnt den Internationalen Violin-Wettbewerb Hannover 1997

Die in London und Nagoya lebende Geigerin Michiko Kamiya hat den ersten Preis des Internationalen Violin-Wettbewerb Hannover 1997 gewonnen. Am späten Freitagabend verkündete Professor Richard Jakoby, der Vorsitzende der Jury, vor einem gespannten Publikum im Großen Sendesaal des NDR die sechs Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs. Die 24jährige in Nagoya geborene Virtuosin überzeugte im Finale mit ihrer Interpretation des Violinkonzertes von Jean Sibelius, d-Moll opus 47. Der zweite Platz wurde Francesco Manara aus Turin zuerkannt. Der 28 Jahre alte Künstler, der Konzertmeister und Solist der Mailänder Scala ist, erhält ein Preisgeld in Höhe von 30.000 DM. Die in den USA lebende Chinesin Bin Huang, die im Finale auch das Sibelius-Violinkonzert dargeboten hatte, wurde von der Jury mit dem dritten Platz und somit einem Preisgeld von 20.000 DM ausgezeichnet.

Den vierten bis sechsten Preis erhielten Reiko Otani (1972 in Osaka geboren, lebt in Brüssel), Anton Sorokow (geboren 1978 in Moskau, lebt in Wien) und Felicia Terpitz (1971 in Bonn geboren und lebt in Deutschland). Alle drei boten das Brahms-Violinkonzert D-Dur opus 77 dar.

Die Gewinnerin des Wettbewerbs erhält 50.000 DM und wird darüber hinaus von der Stiftung Niedersachsen maßgeblich im Aufbau ihrer Solo-Karriere unterstützt: Der erste Preis beim Violin-Wettbewerb umfaßt neben dem Preisgeld auch eine CD-Aufnahme, Debütkonzerte mit über 40 namhaften Orchestern und Ensembles weltweit und eine zweijährige Betreuung durch die Konzertdirektion Hans Ulrich Schmid.

Das zweitägige Finale im ausverkauften Sendesaal des NDR war für alle Beteiligten spannender und glanzvoller Höhepunkt des Internationalen Violin-Wettbewerbs 1997. Für die elfköpfige Jury war es der Abschluß elf erlebnisreicher, aber auch anstrengender Tage im Konzertsaal. Nachdem die Juroren jeden Wettbewerbstag mit höchster Konzentration erlebt haben, können sie sich nun entspannt zurücklehnen: Der letzte Tag des Violin-Wettbewerbs ist wertungsfrei.

Den Abschluß bildet das Preisträger-Galakonzert, das am 18. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Sendesaal des NDR stattfindet. Die sechs Preisträger werden — nun ganz ohne Konkurrenzdruck — ihre »Paradestücke« vortragen. Die Radio-Philharmonie Hannover wird die erste Preisträgerin, wie auch schon im Finale, begleiten. Die Leitung hat der in London lebende Dirigent János Fürst.

An dem diesjährigen Internationalen Violin-Wettbewerb, der dem Violinisten, Komponisten und ehemaligen Hannoveraner Konzertmeister Joseph Joachim (1831–1907) gewidmet ist, hatten sich 39 junge Geigentalente aus 14 Ländern im Alter von 16 bis 28 Jahren beteiligt.

Die Stiftung Niedersachsen richtete 1997 den Internationalen Violin-Wettbewerb in der Landeshauptstadt zum dritten Mal aus. Sie hat sich zur Aufgabe gesetzt, jungen Spitzenmusikern den Weg in die internationale Karriere zu erleichtern und sie zu fördern. Der Internationale Violin-Wettbewerb Hannover ist weltweit der größte seiner Art.

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