Zwei der stilistisch beweglichsten und zugleich temperamentvollsten Streicher der jüngeren Generation in trauter Zwiesprache. Das Duo der beiden Instrumente – das eine in Sopran- das andere in Altlage – als Prisma musikalischer Äußerungsmöglichkeiten: zwischen stillem Gebet und wildem Tanz, keckem Volkslied und fein ziselierter Kunst.
Im 20. Jahrhundert waren es vor allem die beiden Ungarn Béla Bartók und der inzwischen 95-jährige György Kurtág, die die Klangwelt der Folklore in subtile Gesten von sehr gegenwärtiger Mitteilungskraft zu übersetzen verstanden. Melancholische Poesie und kindlicher Humor pflegen da nah aneinanderzurücken. Wie spannungsvoll sich das Populäre, das rituell Formalisierte und konzertanter Glanz ergänzen können, wusste kaum ein Komponist besser als Mozart. Seine brillanten Duos für Violine und Viola vom Spätsommer 1783 zählen zu den ganz wenigen Originalkompositionen für die Besetzung. Ihre satztechnische Meisterschaft und die erheblichen spieltechnischen Ansprüche kümmern sich wenig um die ursprüngliche Zweckbestimmung solcher Duowerke als Studienmaterial für den Instrumentalunterricht.
Hildegard von Bingens Vision vom Geist des Feuers, „O ignis spiriti paracliti“, aus dem 12. Jahrhundert, der zupackende Barock des aus Italien stammenden englischen Geigers Nicola Matteis oder Johann Sebastian Bach höchstselbst, der „Urvater der Harmonie“ – sie alle perfektionieren die Heiterkeit der klaren, vollkommen sicher geführten Linie. Unter den Händen zweier beseelter Interpreten mit ihren warm tönenden Instrumenten schimmert sie in schlichter Schönheit.
