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Den „Kanon Pokajanen“, sein monumentalstes Werk, schrieb Arvo Pärt Ende der 1990er Jahre zum 750-jährigen Bestehen des Kölner Doms. Textgrundlage ist ein Bußkanon, der in den ältesten slawischen Kirchenhandschriften zu finden ist und Andreas von Kreta, einem syrischen Heiligen des 7. und 8. Jahrhunderts, zugeschrieben wird. Das griechische Wort „Kanon“ ist dabei nicht musikalisch zu verstehen – es meint die „Regel“ oder „Ordnung“ eines aus neun Oden bestehenden Hymnus‘. Sein Thema ist der persönliche Wandel: Die Buße als eine notwendige Schwelle, als Reinigung der Seele auf dem Weg zum Heil. Die Spannung zwischen dem vielstimmigen Lob des Herrn und dem Eingeständnis eigener Schwäche setzt nicht nur die musikalischen Polaritäten, sie bestimmt auch die rituelle Situation eines Übergangs hin zum Einlass ins verlorene Paradies, wie sie in der orthodoxen Liturgie erlebbar wird.</p>\n<p>Als Komponist nimmt sich Pärt, der Anfang der siebziger Jahre zum orthodoxen Glauben konvertierte, bewusst zurück. In seinem Chorsatz habe er versucht, ganz von der kirchenslawischen Sprache auszugehen, hat er über den „Kanon Pokajanen“ gesagt. „Ich wollte dem Text die Möglichkeit geben, seinen eigenen Klang zu wählen, seine melodische Linie selbst zu zeichnen.“ 2016 hat die Cappella Amsterdam, einer der erlesensten Kammerchöre Europas, unter Leitung seines Chefdirigenten Daniel Reuss eine superbe Aufnahme von Pärts A-cappella-Meisterwerk veröffentlicht. Bei der Neueinstudierung arbeitet Reuss nun mit dem estnischen Chorleiter Endrik Üksvärav zusammen. 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Dem Heil entgegen

Arvo Pärt: Kanon Pokajanen

Cappella Amsterdam, Daniel Reuss / Endrik Üksvärav (Leitung)

Mi 08.09.2021
19.30 Uhr

Stiftskirche Bad Gandersheim
Bad Gandersheim

€ 20 - 25

Musik von archaischer Einfachheit, schimmernd wie eine Ikone in Klängen: Feine, insistierende Gesten, reduzierte Farben und klare Konturen, immer wieder durchsetzt von Licht und Stille. Den „Kanon Pokajanen“, sein monumentalstes Werk, schrieb Arvo Pärt Ende der 1990er Jahre zum 750-jährigen Bestehen des Kölner Doms. Textgrundlage ist ein Bußkanon, der in den ältesten slawischen Kirchenhandschriften zu finden ist und Andreas von Kreta, einem syrischen Heiligen des 7. und 8. Jahrhunderts, zugeschrieben wird. Das griechische Wort „Kanon“ ist dabei nicht musikalisch zu verstehen – es meint die „Regel“ oder „Ordnung“ eines aus neun Oden bestehenden Hymnus‘. Sein Thema ist der persönliche Wandel: Die Buße als eine notwendige Schwelle, als Reinigung der Seele auf dem Weg zum Heil. Die Spannung zwischen dem vielstimmigen Lob des Herrn und dem Eingeständnis eigener Schwäche setzt nicht nur die musikalischen Polaritäten, sie bestimmt auch die rituelle Situation eines Übergangs hin zum Einlass ins verlorene Paradies, wie sie in der orthodoxen Liturgie erlebbar wird.

Als Komponist nimmt sich Pärt, der Anfang der siebziger Jahre zum orthodoxen Glauben konvertierte, bewusst zurück. In seinem Chorsatz habe er versucht, ganz von der kirchenslawischen Sprache auszugehen, hat er über den „Kanon Pokajanen“ gesagt. „Ich wollte dem Text die Möglichkeit geben, seinen eigenen Klang zu wählen, seine melodische Linie selbst zu zeichnen.“ 2016 hat die Cappella Amsterdam, einer der erlesensten Kammerchöre Europas, unter Leitung seines Chefdirigenten Daniel Reuss eine superbe Aufnahme von Pärts A-cappella-Meisterwerk veröffentlicht. Bei der Neueinstudierung arbeitet Reuss nun mit dem estnischen Chorleiter Endrik Üksvärav zusammen. Der junge Pärt-Spezialist wird die zweite Musiktage-Aufführung in Bad Gandersheim leiten.

In Zusammenarbeit mit: Braunschweigische Sparkassenstiftung und Concerto Gandersheim e.V.

Programm

Arvo Pärt: Kanon Pokajanen

Veranstaltungsort

Stiftskirche Bad Gandersheim

Stiftsfreiheit 1

37581 Bad Gandersheim

Die Stiftskirche St. Anastasius und St. Innocentius (Im Volksmund auch Gandersheimer Dom genannt) in Bad Gandersheim war die Stiftskirche des ehemaligen Kanonissenstifte und war von 881 bis 1810 der Lebensmittelpunkt der geistlichen Frauengemeinschaft. Der Kirchenbau mit seiner eindrucksvollen Doppelturmfassade ist ein einzigartiges Zeugnis der hohen Bedeutung des mittelalterlichen Reichsstifts. Ottonische Könige und Kaiser wandelten in seinen Hallen. Hier wurde der Gandersheimer Kirchenschatz aufbewahrt.

https://www.stiftskirchengemeinde.de/

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