freiheit1. – 30. September 2012
 
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Die Gedanken sind frei

 

Wandelkonzert auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrations- und Strafgefangenenlagers: das Bennewitz Quartett mit Musik von J. S. Bach und Erwin Schulhoff, Lyrik von Paul Celan, die Camerata Vocale Hannover mit Chormusik, ein Hörwald mit Texten ehemaliger Häftlinge und Kolsimcha mit Klezmer-Klängen.

Manchmal sagt die Atmosphäre eines Ortes mehr als jede historische Information. Manchmal kann Musik mehr ausdrücken als jedes beschreibende Wort. In der erst im vergangenen Oktober neu eröffneten Gedenkstätte Esterwegen, dem ehemaligen KZ und berüchtigten Emslandlager für politische »Schutzhäftlinge«, nähern sich die Musiktage dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Unfreiheit und Hoffnung werden mit leisen Tönen und musikalischer Eindringlichkeit nachvollziehbar, verstummte Stimmen wieder hörbar.

In den Baumgruppen des Geländes formen sich Texte berühmter Häftlinge wie Carl von Ossietzky zu einem »Hörwald«. Das Bennewitz Quartett spielt Stücke des von den Nazis ermordeten Erwin Schulhoff, sowie Bachs »Kunst der Fuge« – ergänzt und kommentiert durch eine Lesung von Celans »Todesfuge«, vorgetragen von Schauspieler Dieter Hufschmidt. Die Camerata Vocale Hannover tritt mit Gesängen von di Lasso, Kodály und Schostakowitsch auf, und die international renommierte Klezmer-Formation Kolsimcha holt die Besucher schließlich im Lagerraum II zu einem Konzert zusammen, das sich auf den Gedanken der Befreiung konzentriert – auf eine Hoffnung, an welche die Musik noch glauben lässt, wenn Worte bereits verstummt sind.

Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen, ein Teil des Konzerts findet im Freien statt. Der Eintritt beinhaltet einen Imbiss.

Dieses Konzert ist Teil der PartiTouren Niedersachsen.