freundschaft7. September – 6. Oktober 2013
 
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Freundschaft – Feindschaft

 

Geliebt und ausgegrenzt – der jüdische Barockkomponist Salomone Rossi. Der Dresdner Kammerchor singt Werke von Rossi und seinem Zeitgenossen Monteverdi; der Schauspieler Ulrich Pleitgen liest dazu Passagen aus Menasses »Vertreibung aus der Hölle«.

Harmonie unter den Menschen, Zufriedenheit und Toleranz – im Grunde genommen die großen Ideale der Menschheit – sind schwer zu erreichen und oft gefährdet. In Italien wehte zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Geist der Toleranz. Es war die Blütezeit des jüdischen Komponisten und Geigers Salomone Rossi am Hof zu Mantua. Die österreichische Invasion beendete diese glückliche Phase der Geschichte. Hass, Neid und eine antisemitische Haltung traten an die Stelle der einstigen Toleranz. Rossi überlebte die Invasion nicht, seine Werke waren über 200 Jahre verschollen.

Wenn nun seine Chorwerke bei den Niedersächsischen Musiktagen erklingen, ist das eine der ganz seltenen Gelegenheiten, Musik dieses Komponisten zu hören, meisterhaft interpretiert vom Dresdner Kammerchor unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann. Kongenial ergänzt wird Rossis Musik durch Auszüge aus Robert Menasses Roman »Die Vertreibung aus der Hölle«. Die Hauptfigur Rabbi Manasseh erlebt ähnlich wie Rossi, wie Freundschaft in Feindschaft umschlägt. Der Schauspieler Ulrich Pleitgen wird aus dem Roman vorlesen, der auch ein Appell an Freundschaft und Toleranz ist.