freiheit1. – 30. September 2012
 
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Freiheitsfantasien

 

Ein Nachmittag mit Dmitri Schostakowitsch: Alexander Melnikov spielt den gesamten Zyklus der 24 Präludien und Fugen für Klavier.

Er musste als Komponist die Sowjetdiktatur feiern und wurde von ihr als Formalist vereinnahmt. Dmitri Schostakowitsch hat gelitten und aufbegehrt, hat sich angepasst und sich in einer Musik ausgedrückt, die so zwiegespalten wie ungeheuerlich ist, so doppelbödig wie provokant.

Für die Niedersächsischen Musiktage  widmet sich einer der großen Pianisten seiner Generation dem tragischen Genie. In einem dreieinhalbstündigen Konzerterlebnis entfaltet Alexander Melnikov den gesamten Zyklus der 24 Präludien und Fugen, die Schostakowitsch 1950 zu jeder Tonart komponierte und in dem er sämtliche Facetten seines Schaffens verdichtete.

Dazu werden in der Pause im Schlosscafé Fürstenberg original russische Spezialitäten gereicht, Filmprojektionen und Texte informieren über Schostakowitschs widersprüchliches Leben. Im Zentrum aber steht die musikalische Flucht in eine Freiheit, die in Alexander Melnikovs konzentrierter wie aufwühlender Interpretation den Atem stocken lässt.