Der göttliche Claudio

Voces Suaves
Do 05.09., 19.00 Uhr – 21.00 Uhr
Ev.-luth. Kirche Harsefeld
Kirchenstraße
21698 Harsefeld
Ihre Anfahrt mit Google Maps
€ 17 - 22
Unsere Partner:
Kreissparkasse Stade
Ev.-luth. Kirchengemeinde Harsefeld

Die „lieblichen Stimmen“ aus Basel: Drei Damen, vier Herren und der Mann an der Theorbe. Zusammen bilden sie eines der herausragenden jungen Vokalensembles Europas. Der Abend in Harsefeld macht hörbar, warum Monteverdi die Kunst des musikalischen Gefühlsausdrucks revolutioniert hat wie kein Zweiter.     

Unter den großen Pionieren der Musikgeschichte war er der vielleicht einflussreichste. Die Innovationen des Claudio Monteverdi (1567–1643) haben die Epoche um 1600 geprägt. Am Übergang zwischen Renaissance und Barock befreite der Italiener den Gesang: Stellte sich dieser bis dahin in den Dienst einer göttlich-unwandelbaren, nach strengen Tonsatzregeln geordneten Harmonie, so bringt er nun das Empfinden des Individuums zum Ausdruck – die Musik wird zur Sprache der Leidenschaften. „Verità dell’arte“, psychologische Wahrhaftigkeit der Kunst, wie sie dieser erste „moderne“ Komponist verstand, schuf sich ihre ganz eigenen Regeln. Sie verlangte nach einer Kühnheit der Stimmführung und der Harmonik, die konservative Zeitgenossen als hochgradig provozierend empfanden.

In keinem Genre ist die Entwicklung des „Divino Claudio“ besser nachzuvollziehen als im mehrstimmigen Madrigal, dem Format, das den Meister fast sechzig Jahre lang beschäftigt hat. Das junge Vokalensemble Voces Suaves („liebliche Stimmen“) aus Basel gilt als eines der derzeit aufregendsten der Szene. „Vor Staunen stumm“ habe die Darbietung der acht Musikerinnen und Musiker die Zuhörer gemacht, schrieb der Berliner Tagesspiegel jüngst nach einem Auftritt im Pierre-Boulez-Saal der Hauptstadt. Das Programm in Harsefeld präsentiert einen Querschnitt aus den acht Madrigalbüchern, darunter wahre Wunderwerke wie die frühe Tonmalerei des „Ecco mormorar l’onde“ („Horch, es murmeln die Wellen“) nach Torquato Tasso oder das berühmte „Lamento della Ninfa“ aus Monteverdis letzten Lebensjahren.

Programminfomation als PDF

Programm

Claudio Monteverdi: Ecco mormorar l’onde aus Il secondo libro de madrigali, 1590

Claudio Monteverdi: Zefiro torna, e’l bel tempo rimena aus Il sesto libro de madrigali, 1614

Claudio Monteverdi: Ohimè, dov’è il mio ben aus Concerto: settimo libro de madrigali, 1619

Claudio Monteverdi: Sfogava con le stelle aus Il quarto libro de madrigali, 1603

Girolamo Kapseberger: Passacaglia aus Libro quarto d’intavolatura per chitarrone, 1640

Claudio Monteverdi: Non partir, ritrosetta aus Madrigali guerrieri at amorosi, libro ottavo, 1638

Claudio Monteverdi: O, com’è gran martire aus Il terzo libro de madrigali, 1592

Claudio Monteverdi: Lamento della ninfa aus Madrigali guerrieri et amorosi, libro ottavo, 1638

Claudio Monteverdi: Vattene pur, crudel aus Il terzo libro de madrigali, 1592

Girolamo Kapseberger: Toccate IX, X, Canzone prima aus Libro quarto d’intavolatura per chitarrone, 1640

Claudio Monteverdi: Si, ch’io vorrei morire aus Il quarto libro de madrigali, 1603

Claudio Monteverdi: Gira il memico aus Madrigali guerrieri et amorosi, libro ottavo, 1638

Claudio Monteverdi: Ohimè, se tanto amate aus Il quarto libro de madrigali, 1603

Claudio Monteverdi: Presso un fiume tranquillo aus Il sesto libro de madrigali, 1614

Die Kirche St. Marien und Bartholomäus in Harsefeld blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück. Eng verbunden mit ihr ist die Geschichte der einstigen Benediktiner-Abtei Harsefeld, von der nur noch Grundmauern erhalten sind. Sein neugotisches Aussehen erhielt das Kirchengebäude um 1860. Dabei wurde ihm auch – durch Schenkung des nach England ausgewanderten Harsefelder Bürgers und späteren Londoner Bankiers Friedrich Huth – der Kirchturm in heutiger Höhe hinzugefügt. Prunkstück der Innenausstattung ist das 1454 aus Bronze gegossene Taufbecken.