Musik im Lärm der Zeit

Julia Hagen (Violoncello), Annika Treutler (Piano)
Di 17.09., 19.30 Uhr – 21.00 Uhr
Speicher am Kaufhauskanal
Blohmstrasse 22
21079 Hamburg
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€ 20 - 25
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Speicher am Kaufhauskanal GmbH

Zwei junge Musikerinnen, von denen man noch viel hören wird: Julia Hagen, die in Salzburg in eine berühmte Musikerfamilie hineingeborene Cellistin, und die aus Bielefeld stammende Pianistin Annika Treutler, die bereits mit zwei bemerkenswerten Aufnahmen auf sich aufmerksam gemacht hat.

Seit einiger Zeit bilden Hagen und Treutler ein festes Duo, und wer ihrer kürzlich erschienenen Einspielung der beiden Cellosonaten von Johannes Brahms lauscht, staunt über die Natürlichkeit, das innere Feuer und Formbewusstsein des Vortrags. Nicht zu vergessen die außergewöhnliche Finesse der Klangbildung: Sie ermöglicht Hagen und Treutler eine biegsame, immer sprechende Modellierung der Phrasen. Das Programm des Duos im Speicher am Kaufhauskanal stellt Brahms’ dramatische F-Dur-Sonate der so knapp gefassten wie eleganten Sonate von Claude Debussy aus dem Jahr 1915 gegenüber. In transkribierten Liedern von Brahms und Clara Schumann können die beiden Künstlerinnen ihrem lyrischen Empfinden nachgeben, bevor sie das Programm mit der Cellosonate von Dmitri Schostakowitsch beschließen. Der Russe komponierte das ergreifende Werk 1934 – kurz bevor Stalins Kulturbürokratie seine Oper Lady Macbeth als „Chaos statt Musik“ verdammte. Damit begann eine Phase ständiger Angst und tiefer Verunsicherung für den Komponisten.

Programminfomation als PDF

Programm

Claude Debussy: Sonate d-Moll für Violoncello und Klavier

Dimitri Schostakowitsch: Sonate d-moll für Violoncello und Klavier, op. 40

Ludwig van Beethoven: Variation über das Thema „Bei Männern welche Liebe fühlen“

Johannes Brahms: Cellosonate Nr. 2 F-Dur op. 99

Der Speicher am Kaufhauskanal im Besitz der Familie Lengemann ist Hamburgs ältester Großspeicher. 1827 errichtet, ist der Fachwerkbau im Binnenhafen ein vorindustrielles Gebäude aus Holz und Backstein. Die als Weltkulturerbe ausgezeichnete, gründerzeitliche Speicherstadt ist 70 Jahre jünger. Heute wird der Speicher am Kaufhauskanal als Kulturspielstätte genutzt, mit spartenübergreifenden Angeboten von Kammermusik über Theater und Tanz bis zu Lesungen und politischen Diskussionen. Mit Events von der Familienfeier bis zum Innovation Summit sichert Kulturmanager Henry C. Brinker dem Speicher am Kaufhauskanal nachhaltig die wirtschaftliche Autarkie und Unabhängigkeit in der Programmgestaltung.