Die Heldin und ihre Stimmen

Orlando Consort
Fr 27.09., 19.30 Uhr – 21.00 Uhr
Stift Fischbeck
Im Stift 6a
31840 Hessisch Oldendorf
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€ 5 - 25
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Stift Fischbeck

Sie ist die mutige Frau schlechthin: Jeanne d’Arc, die kämpferische französische Nationalheldin. Das einfache Bauernmädchen Johanna, das in Rüstung gewandet in den Krieg zog und den französischen Truppen bei Orleans zum Sieg über die Engländer verhalf, hat über die Jahrhunderte hinweg Schriftsteller, Komponisten, Maler und auch Filmregisseure zu bedeutenden Kunstwerken inspiriert. 

Carl Theodor Dreyers legendärer Stummfilm „La Passion de Jeanne d’Arc“ (1928) ist ein Meilenstein der Filmgeschichte; immer wieder wird er unter den zehn einflussreichsten Streifen aller Zeiten genannt. Die Handlung konzentriert sich auf den Prozess gegen die erst 19-jährige Johanna im Jahr 1431, der mit ihrer Verurteilung und Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen endet. Expressive Großaufnahmen der Gesichter, allen voran das der ausdrucksstarken Maria Falconetti, prägen den visuellen Eindruck des Films.

Seit seiner Entstehung hat dieser Stummfilm Komponisten zur Vertonung angeregt. Ein besonders schlüssiges Konzept hat das englische Orlando Consort entwickelt: Das fünfköpfige Vokalensemble singt live zum laufenden Film Kompositionen von Dufay, Le Grant, Binchois und weiteren Zeitgenossen des 15. Jahrhunderts. Die Musik schafft eine Atmosphäre frommer Konzentration. Phasenweise scheint sie unmittelbar auf die Ereignisse auf der Leinwand zu reagieren, an anderen Stellen wiederum setzt sie den Bildern eine ganz unabhängige ästhetische Schicht entgegen. Jeanne d’Arc und ihr Leidensweg, eindrucksvoll stumm im Film dargestellt, erfahren eine intensive musikalische Verdichtung.

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Das Stift Fischbeck zählt mit seinen vielen Gebäuden zu den Kulturdenkmälern von besonderer nationaler Bedeutung. Die Geschichte des Stifts beginnt bereits im Jahre 955, als der sächsische König Otto und spätere Kaiser Otto I. die Stiftung einer Edelfrau namens Helmburgis mit Schutzprivileg und Gründungsgut ausstattet und beurkundet. Der romanischen Stiftskirche wurde nach einer intensiven Restaurierungsphase 1904 wieder viel von ihrer einstigen Würde zurückgegeben. Kaiser Wilhelm II. übernahm einen Großteil der Kosten, denn er hatte die Schirmherrschaft für das Stift Fischbeck übernommen und damit wieder an das Schutzprivileg Ottos I. angeknüpft.