Von Krieg und Frieden

Holger Falk (Bariton), Steffen Schleiermacher (Klavier)
So 01.09., 16.00 Uhr – 17.15 Uhr
Christus- und Garnisonkirche
Am Kirchplatz 1
26382 Wilhelmshaven
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€ 5 - 20
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Christus- und Garnisonkirche, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Wilhelmshaven

Bariton Holger Falk und der Pianist Steffen Schleiermachers öffnen den multilateralen Horizont. Fesselnde Kunstlieder aus den USA, Frankreich und Deutschland übersetzen die Weltgeschichte der Kriegsjahre in das persönliche Erlebnis von Leid, Unrecht und die Hoffnung auf Versöhnung.

Den Abschluss des Eröffnungswochenendes markiert ein Liedrezital mit Holger Falk, dem gefragten Opern- und Konzertsänger. Zusammen mit Steffen Schleiermacher, einem der Pioniere moderner Musik in Ostdeutschland, hat der Bariton eine Reihe von mit Preisen ausgezeichneten CD-Einspielungen vorgelegt, darunter eine Edition der Lieder Hanns Eislers. In der mit eindrucksvollen militärischen Symbolen und Bildwerken ausgestatteten Christus- und Garnisonkirche, einem der interessantesten Erinnerungsorte der Republik, präsentieren die beiden Künstler ein facettenreiches Programm zum Thema „Krieg und Frieden“. Hanns Eisler, Charles Ives und Francis Poulenc – der ins amerikanische Exil getriebene Schönberg-Schüler, der ästhetisch unerschrockene Ostküsten-Amerikaner und der fromme Katholik aus Paris – haben sich intensiv mit den Grauen der Weltkriege auseinandergesetzt. Sie alle räumen dem Klavierlied einen zentralen Platz in ihrem Werk ein. Ihr Ton ist erfüllt von Engagement und Empathie: Erst in der ganz persönlichen Aussage, in der intimen Form wird das individuelle Erleben der historischen Ereignisse emotional greifbar.

Gibt sich der Brecht-Weggefährte Hanns Eisler politisch und kämpferisch, transponiert Ives die Erfahrung von Leid und Verlust auf die Ebene des nostalgisch getönten Gleichnisses. Poulencs „Priez pour Paix“ aus dem Jahr 1939 wiederum ist ein innig-schlichtes Friedensgebet – erfüllt vom Vertrauen in die verwandelnde Kraft des Schönen.  

Programminfomation als PDF

Programm

Hanns Eisler: Der Graben - Deutsches Lied 1937 - Schlussballade - Lied der Mariken

Paul Dessau: Guernica für Klavier

Hanns Eisler: Brecht-Vertonungen aus "Hollywooder Liederbuch"

Alexander Mossolow: Zwei Nocturnes für Klavier

Charles Ives: Old Home Day - Rememberance - Grantchester - Songs My Mother Taught Me - Tom Sails Away - He Is There

Stefan Wolpe: Stehende Musik für Klavier

Francis Poulenc: Priez pour paix - Bleuet - Le retour de sergent aus "Chançons Villageoises" - C - Le disparu - Dernier poéme

Hanns Eisler: Anmut sparet nicht noch Mühe

Die Christus- und Garnisonkirche ist genauso alt und jung wie die Stadt WHV. Am 17. Juni 1869 wurde der Grundstein gelegt (150 Jahre). Die Kirche war von Beginn an, als Soldatenkirche geplant. Parallel dazu entstand eine Kirche nur für die Zivilisten. 1959 entschied sich die Gemeinde, aus der zivilen und der militärischen Kirche die Christus- und Garnisonkirche zu bilden. Noch heute bestimmen militärische Ausstattungselemente den Raum. Gleichzeitig hat sich die Kirche dem konstruktiven und kritischen Umgang mit der Geschichte verschrieben. Besondere neue Gottesdienstformate bestimmen das geistliche Leben (Passionspunkte, Theater Kirche, Südstrandtaufe, GoSpecial u.ä.)