1869 – Der Klang der Zeit

Alice Sara Ott (Klavier), Junge Norddeutsche Philharmonie, Duncan Ward (Leitung)
Sa 31.08., 17.00 Uhr – 19.30 Uhr
Stadthalle Wilhelmshaven
Grenzstraße 24
26382 Wilhelmshaven
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Opulente Symphonik zum Auftakt: Starpianistin Alice Sara Ott und die dynamische Junge Norddeutsche Philharmonie unter Leitung von Duncan Ward spielen Meisterwerke von Verdi, Ravel und Brahms.

Fatale Schicksalsmächte: Unbeabsichtigt löst sich am Ende des ersten Aktes von Giuseppe Verdis Oper ein Schuss. Nicht weniger als vier Menschenleben wird seine Durchschlagskraft im Laufe der reichlich verworrenen Handlung kosten. Die Uraufführung von „La Forza del Destino“, 1862 in St. Petersburg, war ein großer Erfolg. In Italien jedoch stieß die Novität auf weniger Zustimmung. Der Komponist entschloss sich zu einer gründlichen Umarbeitung; im Februar 1869 kam die Zweitfassung an der Mailänder Scala heraus. Zu den wichtigsten Veränderungen zählte die neu komponierte große Ouvertüre, in der der 55-jährige Komponist alle Register seines symphonischen Könnens zog. Dank der Plastizität ihrer Instrumentation, der einprägsamen Themen und der spannungsvollen, sehr geschlossenen Form wurde sie schnell zum berühmten Konzertstück.

Überhaupt waren die Jahre, in denen die Stadt Wilhelmshaven gegründet wurde, gekennzeichnet von einem neuen Klassizismus in der Musik. Wagners traditionsbewusste Meistersinger waren 1868 herausgekommen, und wenige Jahre später, 1876, konnte Johannes Brahms endlich seine  lang erwartete Erste Symphonie präsentieren. Vieles an ihr scheint auf Beethoven zurückzuverweisen, auf jenen „Riesen“ also, den der Komponist eigener Aussage nach so lange als einschüchternde Präsenz hinter sich gespürt hatte. Vor allem der schicksalhafte Ton der motivisch dicht gearbeiteten Ecksätze in c-Moll, denen jeweils eine gewichtige langsame Einleitung vorausgeht, gemahnt an Beethoven. Die Intermezzo-artigen Mittelsätze schaffen dagegen eine sehr viel lyrischere Atmosphäre. Und auch die Zielrichtung des Finales mit seinen Hinweisen auf die heilsbringenden Kräfte der Natur und des Christentums setzt ganz eigenwillige Akzente.

Umso spannender der Blick hinüber nach Frankreich, dem lange als „Erbfeind“ geschmähten Nachbarland, mit dem es bekanntlich nur ein Jahr nach der Gründung Wilhelmshavens zum erbitterten Krieg kam. Was Maurice Ravel zwischen 1929 und 1931 in seinem extrem virtuosen G-Dur-Klavierkonzert zu Papier bringt, läuft auf einen Klassizismus ganz anderer Art hinaus: Die Liebe zum Jazz ist da zu hören, auch die provozierende Sinnlichkeit des Großstadtamüsements. Es gibt vulgäre Zirkusklänge und zündende Marschrhythmen. Im „Geist der Konzerte Mozarts und Saint-Saëns’ geschrieben“ sei das neue Werk, bemerkte der Komponist dazu mit gespielter Bescheidenheit. Schließlich müsse die Musik eines Solokonzerts „leicht und brillant sein“, sie dürfe „weder auf Tiefe noch auf dramatische Effekte abzielen“.

Programminfomation als PDF

Programm

Giuseppe Verdi: Ouvertüre La Forza del Destino

Maurice Ravel: Klavierkonzert in G-Dur

Johannes Brahms: Sinfonie op. 68 Nr. 1 c-Moll

Seit 1979 bietet die Stadthalle als größtes Veranstaltungshaus in Wilhelmshaven ein abwechslungsreiches Programm. 1997 wurde das Gebäude komplett renoviert und seitdem auch kontinuierlich auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mit den verschiedensten Konzerten, Showproduktionen, Messen und Bällen hat die Stadthalle in den vergangenen Jahren weit über 2 Millionen Besucher aus Wilhelmshaven, der umliegenden Region sowie aus dem In- und Ausland begeistert.