Abschlusskonzert: Die im Dunkeln hört man doch

Ensemblemitglieder der Staatsoper Hannover und Musiker des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover, Eduardo Strausser (Leitung) NDR Chor, Bang on a Can All-Stars, Ralf Sochaczewsky (Leitung) Daniele di Bonventura und Band’unión
So 29.09., 17.00 Uhr – 21.00 Uhr
Staatsoper Hannover
Opernplatz 1
30159 Hannover
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Staatsoper Hannover

Das Industriezeitalter und die rauen Stimmen seiner Arbeiter: Das Abschlusskonzert lauscht ihnen im Chorgesang des berührenden Oratoriums von Julia Wolfe auf und transponiert sie in die elegischen Bandoneon-Klänge von Daniele di Bonaventura.

Die Musiktage in Kooperation mit der Staatsoper Hannover: Ensemblemitglieder des Hauses sowie Musikerinnen und Musiker des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover präsentieren eine Auswahl von Songs des Briten Michael Nyman rund um Shakespeares „The Tempest“. Bekannt geworden als Komponist des Kultregisseurs Peter Greenaway schuf Nyman die Stücke zu dessen Film „Prospero’s Books“. Stilistisch ganz in der Nähe liegt die Musik der Post-Minimal-Meisterin Julia Wolfe (Jahrgang 1958). Ihr einstündiges Oratorium „Anthracite Fields“, das 2015 mit dem Pulitzer Prize für Musik ausgezeichnet wurde und hierzulande erst einmal zu hören war, behandelt das Leben und Leiden der Minenarbeiter im US-Staat Pennsylvania um 1900. Kammerchor, gemischtes Sextett und eindrückliche dokumentarische Filmsequenzen verdichten sich zu einem Meisterwerk engagierten Komponierens. Wolfes Musik ist melodiös und voller Empathie, sie wirkt rhythmisch komplex und dennoch unmittelbar packend. Souverän wandelt „Anthracite Fields“ auf der Kammlinie zwischen avanciertem Rock und zeitgenössischer Klassik. Neben dem NDR Chor ist die legendäre New Yorker Formation Bang on a Can zu hören. Zu späterer Stunde wird dann Daniele di Bonaventura aufspielen. Der italienische Bandoneon-Poet hat einige der berühmtesten Protest- und Widerstandslieder für ein intimes Ensemble bearbeitet, von der „Internationalen“ bis zu den „Roten Nelken“. Nicht mehr kämpferisch-fordernd tönen die einprägsamen Weisen unter den Händen der charmanten Italiener, sondern weich und nostalgisch – beinahe hoffnungsfroh.             

Programminfomation als PDF

Programm

Michael Nyman: Noises, Sounds & Sweet Airs

Julia Wolfe: Anthracite Fields

Daniele di Bonaventura: Garofani rossi