Delirien der Liebe

Sophie Karthäuser (Sopran), Akademie für Alte Musik Berlin
Sa 21.09., 19.00 Uhr – 21.00 Uhr
St. Johannis-Kirche
Am Sande
21335 Lüneburg
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€ 5 - 40
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Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannis

Der junge Georg Friedrich Händel kam 1706 nach Rom, um sich dort und in weiteren italienischen Städten musikalisch weiterzubilden und sich bekannt zu machen.

Das gelang ihm vortrefflich mit der dramatischen Kantate „Il delirio amoroso“. Die Geschichte handelt von der unglücklichen Liebe der Nymphe Clori zu dem Schäfer Tirsi. Der Schäfer verschmäht die Liebe der Nymphe und stirbt, was Clori in tiefe Verzweiflung stürzt. Sie fleht um die Wiederkehr ihres Geliebten aus dem Totenreich – mit so expressiv-erotischen Ausdrucksmitteln des Gesangs, die selbst das verwöhnte römische Publikum bis dahin nicht gehört hatte. Pikanterweise schrieb ausgerechnet ein Kardinal den Text zu „Il delirio amoroso“.

Feinsinnige Eleganz eine Generation später: Der Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel komponierte empfindsam wie ein Seismograf. Und Carl Philipps Cousin zweiten Grades, Johann Bernhard Bach, schuf Werke, von denen wir heute kaum mehr wissen. Die brillant aufspielende Akademie für Alte Musik Berlin macht daraus gemeinsam mit der belgischen Sopranistin Sophie Karthäuser ein barockes Fest.

Die Akademie für Alte Musik Berlin (Akamus) gründete sich 1982 in der DDR – ein gewagter Schritt, war das Ensemble doch das erste Originalklangorchester Ostdeutschlands. Seither hat dieses Barockorchester für viel Bewegung in der historischen Aufführungspraxis gesorgt: mit beeindruckender Vortragsweise, Spieltechnik und steter Neugier. Im dreißigsten Jahr des Mauerfalls gehört Akamus längst zu den international bedeutenden Ensembles für Alte Musik.

Programminfomation als PDF

Programm

Johann Bernhard Bach: Orchestersuite (Ouverture) Nr. 1 g-Moll für Streicher und Basso continuo

Carl Philipp Emanuel Bach: Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo B-Dur Wq. 164

Georg Friedrich Händel: "Il Delirio amoroso" Kantate für Sopran und Orchester HWV 99

Die St. Johanniskirche ist eine fünfschiffige Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert und gehört zu den schönsten Zeugnissen norddeutscher Backsteingotik. Der Namenspatron von Kirche und Gemeinde ist Johannes, der Täufer Jesu. Er ist abgebildet im mittleren Fenster des Hochchores, eine Stiftung des deutschen Kaisers von 1906. Die evangelisch-lutherische Gemeinde St. Johannis ist eine aktive Innenstadtgemeinde, die Angebote für viele Menschen bereithält. Neben der Kirchenmusik steht im Zentrum der Gemeindearbeit das Ziel, die großartige Kirche mit geistlichem Leben zu füllen und sie für Besucher aus Stadt und Land offen zu halten.