Mit dem Programm „Mein Hamburg“, das im vergangenen Jahr auch auf CD erschienen ist, erfüllt sich der Tenor Daniel Behle einen Herzenswunsch. Er ist nicht nur Sänger, sondern auch Komponist und stellt beide Begabungen in den Dienst einer Hommage an seine Heimatstadt.

Dieses Programm ist einer Sehnsucht zu verdanken. Der Tenor Daniel Behle, geboren und aufgewachsen in Hamburg, lebt seit einigen Jahren in der Schweiz und vermisst am meisten das Wasser, gefolgt vom FC St. Pauli. Die Idee für die musikalische Liebeserklärung an Hamburg kam dem Sänger, als er an der Wiener Volksoper engagiert war. Daniel Behle stellte nämlich fest, dass viele Komponisten der Stadt Wien ein Denkmal gesetzt haben: „Konfrontiert mit unzähligen Hymnen über Wetter, Frauen, Liebe, Kutschen oder Straßen wurde ich schon etwas neidisch, dass es so etwas in diesem Stil über meine Stadt im Norden nicht gibt.“

Das war der Auslöser dafür, dass sich Behle drei Jahre lang der Komposition und den Arrangements von Hamburg-Liedern widmete. Manche Lieder kennen wir von Hans Albers oder Shanty-Chören, aber nicht in dieser exquisiten Vertonung mit Klaviertrio und strahlendem Tenor; Behles kongeniale Partner sind die Mitglieder des Schnyder Trios. Und für viele Lieder des Programms hat Daniel Behle sogar den Text geschrieben – das sind seine persönlichsten Grüße an seine Heimatstadt. Die Arrangements bekommen durch die Besetzung mit den klassischen Instrumenten Geige, Violoncello und Klavier einen Hauch von Wiener Kaffeehaus, und Behle weiß sehr genau, wo und wie er die einzelnen Instrumente zum Leuchten bringen kann. Und wie er im Kunstgesang vermag, eine hamburgisch gefärbte Aussprache zu formen: Das hat hanseatisches Format wie ein Einstecktuch im blauen Jackett mit Goldknöpfen.

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Der Speicher am Kaufhauskanal im Besitz der Familie Lengemann ist Hamburgs ältester Großspeicher. 1827 errichtet, ist der Fachwerkbau im Binnenhafen ein vorindustrielles Gebäude aus Holz und Backstein. Die als Weltkulturerbe ausgezeichnete, gründerzeitliche Speicherstadt ist 70 Jahre jünger. Heute wird der Speicher am Kaufhauskanal als Kulturspielstätte genutzt, mit spartenübergreifenden Angeboten von Kammermusik über Theater und Tanz bis zu Lesungen und politischen Diskussionen. Mit Events von der Familienfeier bis zum Innovation Summit sichert Kulturmanager Henry C. Brinker dem Speicher am Kaufhauskanal nachhaltig die wirtschaftliche Autarkie und Unabhängigkeit in der Programmgestaltung.