Lindenklänge

hornroh, Bläserchor Heinde, Studierende der Universität Hildesheim
So 17.09., 16.00 Uhr – 18.30 Uhr
Treffpunkt: Kirche zu Heinde
Am Kirchberg 2
31162 Heinde
Ihre Anfahrt mit Google Maps
€ 17 - 22

Hörprobe

Um die Linde ranken sich zahlreiche Gedichte und Lieder – sie ist sozusagen ein poetischer Baum. In Niedersachsen gibt es ein einzigartiges Naturdenkmal, das aus rund 670 Linden besteht: die Heinder Allee. So viel Poesie auf einmal ist Grund genug für die Niedersächsischen Musiktage, ein Konzert in diesem Naturraum erklingen zu lassen.

Das Publikum wird vom Bläserchor Heinde in der barocken Dorfkirche begrüßt, die seit Herbst 2015 im restaurierten Glanz erstrahlt. Hier beginnt im Anschluss das Wandelkonzert, das über den alten Kirchhof zur Heinder Allee, einer historischen Lindenallee, führt. An der rund einen Kilometer langen Strecke gibt es musikalische Entdeckungen, akustischen Wegmarken gleich, die zum Verweilen und Lauschen einladen.

Die Konzeption ist passgenau auf dieses Naturdenkmal abgestimmt. Sie wurde entwickelt von Studierenden des Instituts für Musik und Musikwissenschaft an der Universität Hildesheim unter der Leitung von Prof. Matthias Rebstock. Die Studierenden musizieren entlang der Heinder Allee. Nach rund einer Stunde erreicht das Publikum eine Freifläche, wo es von hornroh erwartet wird.

Die Alphornmusiker aus der Schweiz geben dort unter freiem Himmel ein Konzert auf ihren geheimnisvoll-archaisch klingenden Instrumenten. Ein Alphorn hat weder Klappen wie beispielsweise eine Klarinette noch Züge wie eine Posaune oder Ventile wie ein Horn. Die Tonhöhe wird ausschließlich über die unterschiedliche Art des Anblasens erzeugt und ist daher auf die Naturtonreihe begrenzt. Die aber ist so vielfältig und ausdrucksstark, dass der Klang eines Alphorns zutiefst berührt – und übrigens bis zu zehn Kilometer weit hörbar ist.


Heinder Allee

Die sogenannte Heinder Allee im gleichnamigen Ort ist ein historischer Kirchweg zwischen der Kirche in Heinde und dem Nachbarort Listringen.

Die Allee verläuft auf einem Kammrücken 30 Meter über dem Innerstetal. Nach Norden hin, zum Gut und zur Ortschaft Heinde, fällt das Gelände nur mählich ab. Gleichzeitig ist die Allee als weitreichendes landschaftliches Element des Heinder Gutsgartens zu verstehen.

Der Ursprung liegt im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. Damals wie heute stehen der Kirchweg und seine Allee der Öffentlichkeit zum Flanieren bzw. zum Kirchgang zur Verfügung. Die Besonderheit – und Einzigartigkeit im niedersächsischen Raum – besteht in der Pflanzdichte der Allee. Auf einer Länge von etwa einem Kilometer wurden circa 670 Winterlinden gepflanzt. Dies entspricht einem Gehölzabstand von drei Metern innerhalb der Reihe.

Michael Heinrich Schormann


Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Programminfomation als PDF

Die 1712 bis 1716 durch Ludwig Achaz von Wallmoden erbaute Kirche zu Heinde liegt hoch auf dem Kirchberg, umgeben vom Friedhof. Gleich hinter ihr beginnt die historische Kopflinden-Allee, die von Heinde in Richtung Listringen führt. Die Kirche beeindruckt durch ihren barocken Kanzelaltar von 1717, der zu vielen Entdeckungen einlädt. Der Besucher begegnet beim Eintreten gleich einem zierlichen Taufengel, der noch heute im Gebrauch ist. Die 1858 gebaute Orgel und das Innere der Kirche wurden 2014/2015 umfangreich restauriert. Die dabei exemplarisch freigelegten Wandbemalungen im Altarbereich lässt etwas vom Originalzustand der heute hellen Wände erahnen.