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freiheit1. - 30. September 2012
 

Epochen des Aufbruchs – Musik des Sturm und Drangs mit dem Fagottisten Sergio Azzolini und der Kammerakademie Potsdam

Die Musik desmittleren 18. Jahrhunderts ist geprägt von einer bis dahin unerhörten Individualität: Verschiedene Stimmungen finden auf engem Raum ihren Ausdruck; das war bis dahin nur in einzelnen musikalischen Sätzen oder gar Stücken möglich, nun kann ein heiterer Affekt ganz plötzlich durch einen traurigen Ausdruck abgelöst werden. Diese kleine Revolution stieß nicht bei allen Zeitgenossen auf Zustimmung – einer der schärfsten Kritiker war Gotthold Ephraim Lessing. Bis weit ins 20. Jahrhundert trauten sich viele Musiker nicht, diese oft extremen Schwankungen auf ihren Instrumenten umzusetzen. Erst die Erfolge der Historischen Aufführungspraxis haben ein neues Verständnis der Musik des 18. Jahrhunderts herbeigeführt.
 
Der Fagottist und Dirigent Sergio Azzolini wird bei den Niedersächsischen Musiktagen gemeinsam mit der Kammerakademie Potsdam Werke des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach aufführen; er gilt als einer der wichtigsten Komponisten jener Zeit. Außerdem erklingen Sinfonien von Joseph Haydn und das Fagottkonzert von Johann Baptist Neruda, in dem Sergio Azzolini sein solistisches Können zeigen wird. Sergio Azzolini ist ein renommierter Fagottist, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Historischen Aufführungspraxis auseinander gesetzt hat. Er spielt in mehreren Kammermusikformationen und ist Professor für Fagott und Kammermusik an der Musikhochschule in Basel. Von 2002 bis 2006 leitete er außerdem die Kammerakademie Potsdam, das junge Spitzenorchester des Landes Brandenburg.
 
Das Thema der 22. Niedersächsischen Musiktage vom 6. September – 5. Oktober 2008 lautet „Aufbruch“. Das ist seit jeher ein Inbegriff des Zukünftigen. Wer aufbricht, macht sich auf den Weg; Aufbruch ist der Motor für Veränderung – auch in der Musik.
 
Es hat in der Musikgeschichte viele spannende Momente des Aufbruchs gegeben, in denen die Komponisten die Impulse ihrer Zeit in Noten umsetzten oder gar ihrer Zeit voraus waren. Die Niedersächsischen Musiktage gehen mit der Konzertreihe „Epochen des Aufbruchs“ auf eine Zeitreise und machen den Aufbruch hörbar, wie er zum Beispiel in der Zeit des Sturm und Drangs klang.
 
Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit den Sparkassen in Niedersachsen und örtlichen Mitveranstaltern.
 
Auch in diesem Jahr wird der NDR die Niedersächsischen Musiktage als Medienpartner begleiten. Durch Berichte in NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Niedersachsen 19.30 das Magazin finden die Musiktage überregionale Verbreitung.
 
Karten und Informationen unter www.musiktage.de und unter 01805/627 837 (0,14 €/min).
 
Konzerttermin:
01.10.2008, 19.30 Uhr, Bückeburg, Rathaussaal, Marktplatz 2
 
Eintrittspreis:
10 – 20 Euro
 
Programm:
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 49 ”La Passione”
Joseph Haydn: Sinfonie Nr.59 ”Feuer-Sinfonie“
Carl Philipp Emanuel Bach: Konzert für Flöte, Streicher und B.c.
Johann Baptist Neruda: Konzert für Fagott und Streicher