Opern im Westentaschenformat
Mozarts »Zauberflöte«und Rossinis »Barbier«kennt man in- und auswendig. Aber in dieser Besetzung? –Kurioses für zwei Fagotte mit »Satyros«bei den Niedersächsischen Musiktagen...
Mozarts »Zauberflöte« und Rossinis »Barbier von Sevilla« – beide erzählen von der Liebe: Im Barbier wird sie mit allerhand List und Tücke ergaunert, in der Zauberflöte müssen die Protagonisten auf dem Weg zum Liebesglück zuerst ihre Charakterfestigkeit unter Beweis stellen. Nicht nur ihre Lebendigkeit und ihr Einfallsreichtum machten die beiden Opern weltberühmt, sondern auch die zahlreichen Klassik-Hits, die in ihnen stecken: Kein Wunder, dass sie auch außerhalb der Opernhäuser Weltkarriere machten.
Das begann schon zu Mozarts Zeiten mit den so genannten »Harmoniemusiken«: Opern wurden für ein Bläseroktett bearbeitet und einem breiten Publikum an (fast) jedem Ort, selbst im Freien, zugänglich gemacht. Die Harmoniemusiken trugen die Oper auf die Straße – so entstanden die ersten Schlager.
Neben den klassischen Bearbeitungen für Bläseroktett gab es hochvirtuose Fassungen für noch kleinere Besetzungen: Wagners »Donizetti«-Opern für zwei Violinen oder Mozarts »Zauberflöte« für ein Flötenduo machten große Opern besenkammertauglich.
Ein Kuriosum sind die Opernbearbeitungen für zwei Fagotte von François Gebauer, dem bedeutendsten Fagottisten um 1800. Das Duo Satyros, bestehend aus den Fagottisten Adrian Rovatkay und Christian Walter, hat auf der Suche nach Literatur für seine ausgefallene Besetzung Gebauers Arrangements zahlreicher Arien aus Rossinis »Barbier« für sich entdeckt. Für die Niedersächsischen Musiktage schrieb Satyros eine eigene Fassung der Ouvertüre und erstellte zusätzlich ein sehr eigenwilliges »Zauberflöten«-Arrangement, das auf Niedersachsens größtem Musikfestival erstmalig zu hören sein wird. Gemeinsam mit dem Sprecher Andreas Walter präsentiert Satyros die zwei großen Opern im Westentaschenformat – zum Erstaunen aller Opernkenner.
Das schier unerschöpfliche Thema »Die Liebe« steht im Zentrum der 20. Niedersächsischen Musiktage. Vier Wochen lang begibt sich Niedersachsens größtes Musikfestival in 70 Konzerten auf die facettenreichen Spuren der Liebe – quer durch alle Epochen und Genres.
Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.
Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.
Konzerttermine:
08.09.2006, 20 Uhr, Rathaushalle, Einbeck
09.09.2006, 19.30 Uhr, Ev. Bonnus-Kirche, Bersenbrück
10.09.2006, 19.30 Uhr, Romantik Bad Rehburg, Rehburg-Loccum
Programm:
W.A. Mozart (1756–1791)
Aus: »Die Zauberflöte« KV 620, Oper in zwei Akten
Gioachino Rossini (1792–1868)
Aus: »Der Barbier von Sevilla«, Komische Oper in zwei Akten