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freiheit1. - 30. September 2012
 

Eine aufregende Liaison

Das Quatuor Sine Nomine beweist mit Schubert und Janácek: Zwischen Liebe und Tod liegt oftmals nur ein schmaler Grat – zwei berühmte Streichquartette bei den Niedersächsischen Musiktagen

Die beiden äußersten Pole der menschlichen Existenz, sie scheinen unvereinbar. Und doch gehen uns gerade die Geschichten besonders unter die Haut, in denen Liebe und Tod sich berühren.

Auch in der Musik stehen beide Extreme manchmal auf demselben Notenblatt: In Leo Tolstois Novelle »Kreutzersonate« (die unter dem Eindruck der gleichnamigen Violinsonate Beethovens entstand) wird eine Frau von ihrem eifersüchtigen Ehemann ermordet. Leoš Janácek war so ergriffen von der Lektüre, dass er beschloss, der Frau ein Denkmal zu setzen und seine eigene, sehr leidenschaftliche Version der »Kreutzersonate« komponierte.

Matthias Claudius schuf die Literaturvorlage für Franz Schuberts Klavierlied »Der Tod und das Mädchen«. Anders als in der »Kreutzersonate« kommt der Tod nicht gewaltsam, sondern als Freund – und mit ein wenig Phantasie sogar als Verführer. Das »Todes-Motiv« des Liedes wird einige Jahre später zur Grundlage von Schuberts berühmtestem Streichquartett.

Mit Janáceks »Kreutzersonate« und Schuberts »Der Tod und das Mädchen« beleuchtet das renommierte Schweizer Quatuor Sine Nomine das Thema der diesjährigen Musiktage aus einer extremen Perspektive – der Tod wird zum düsteren Bruder der Liebe. Eine aufregende Liaison mit einem aufregenden Ensemble.

Das schier unerschöpfliche Thema »Die Liebe« steht im Zentrum der 20. Niedersächsischen Musiktage. Vier Wochen lang begibt sich Niedersachsens größtes Musikfestival in 70 Konzerten auf die facettenreichen Spuren der Liebe – quer durch alle Epochen und Genres.

Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.

Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.

Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.

Konzerttermine:

16.09.2006, 19 Uhr, Porzellanmanufactur FÜSRTENBERG, Fürstenberg/Weser

17.09.2006, 18 Uhr, Kunstverein Kehdingen, Freiburg/Elbe

 

Programm:

Leoš Janácek ( 1854–1928)

Streichquartett Nr. 1 »Kreutzer-Sonate« (1923)

. Adagio – Con moto

. Con moto

. Con moto – Vivace – Andante

. Con moto – Adagio – Più mosso

Franz Schubert (1797–1828)

Streichquartett Nr. 14 d-Moll, D 810 »Der Tod und das Mädchen« (1824)

. Allegro

. Andante con moto

. Scherzo: Allegro molto – Trio

. Presto