Mit Liebesfuß und Resonanzsaiten: So klang die Liebe im Barock
Früher hatte die Liebe selbst im Instrumentenbau Konjunktur: Während es die Oboe d'Amore immerhin zu einigen Nebenrollen in der Musik des 20. Jahrhunderts gebracht hat, geriet die Viola d’Amore schon früh in Vergessenheit. Zu unrecht, denn auch diese Vertreterin der d’Amore-Instrumentenfamilie macht ihrem Namen alle Ehre – das beweist Musica Antiqua Köln auf den Musiktagen!
Der unwiderstehliche Klang der d’Amore-Instrumente inspirierte Georg Philipp Telemann und Antonio Vivaldi zu herrlichen Konzerten. Zwei ihrer prachtvollsten »Liebesmusiken« werden im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage von einem der international führenden Ensembles für Alte Musik zu erleben sein: Unter dem Titel »Concerti d’Amore« feiern Musica Antiqua Köln und ihr Leiter Reinhard Goebel ein rauschendes Fest rund um die Liebesklänge des Barock.
Schon äußerlich weisen sich die d’Amore-Instrumente als wahre Individualisten aus: Ihren weichen, süßen Klang verdankt die Oboe d'Amore einem auffälligen, birnenförmig verdickten Schallstück, das – wie sollte es anders sein – »Liebesfuß« heißt. Die wesentlich unbekanntere Viola d’Amore hat – im Gegensatz zu einer handelsüblichen Bratsche – fünf bis sieben Spielsaiten und eine zumeist identische Anzahl von Resonanzsaiten, die den silbrig-hellen Klang der Viola d’Amore besonders eindrücklich nachhallen lassen. Und das beim allerersten Konzert, das je in der historischen Braunschweiger MTV-Turnhalle zu erleben ist.
Das schier unerschöpfliche Thema »Die Liebe«steht im Zentrum der 20. Niedersächsischen Musiktage. Vier Wochen lang begibt sich Niedersachsens größtes Musikfestival in 70 Konzerten auf die facettenreichen Spuren der Liebe – quer durch alle Epochen und Genres.
Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.
Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.
Konzerttermin:
24.09.2006, 17 Uhr, MTV Turnhalle, Braunschweig
Georg Phillip Telemann (1681–1767)
Concerto E-Dur, TWV 53: E1
für Flöte, Oboe d‘amore, Viola d‘amore, Streicher und Basso continuo
»Tripelkonzert«
. Andante
. Allegro
. Siciliano
. Vivace
Johann David Heinichen (1683–1729)
Concerto D-Dur, Seibel 226
für Flöte, Oboe, Violine, Violoncello, Theorbe, Streicher und Basso continuo
»Quintettkonzert«
. Allegro molto
. Adagio
. Allegro
Antonio Vivaldi (1678–1741)
Concerto E-Dur, RV 271
für Violine, Streicher und Basso continuo
»L‘amoroso«
. Allegro
. Largo
. Allegro
Concerto d-Moll RV 540
für Viola d‘amore, Laute, Streicher und Basso continuo
. Allegro
. Largo
. Allegro