Danza y Amor
Der Tango Argentino ist sinnlich und fließend, aber gleichzeitig voller Spannung und ein wenig rau. Er gilt als vertikaler Ausdruck eines horizontalen Verlangens. Diese hocherotische Melange beherrscht kaum jemand so perfekt wie Juan José Mosalini – ein großer Bandoneonvirtuose unserer Zeit. Die Tangonacht bei den Niedersächsischen Musiktagen!
In den frühen 90ern lösten hierzulande ausgerechnet die »seriösen« Musiker, allen voran Gidon Kremer, einen regelrechten Tango-Boom aus. In dem Maß, in dem vor allem Astor Piazzollas »Tango Nuevo« bekannter und beliebter wurde, stürmten Frischverliebte die Tanzschulen, um dem »Tango Argentino«, der vermutlich erotischsten Art der Fortbewegung im 2/4-Takt, zu frönen. Alle waren süchtig nach »el abrazo« (der innigen Umarmung im Tanz), man entdeckte die Körperspannung und das erotische Spiel des Führens und Geführt-Werdens.
Die Musiktage präsentieren diese sinnliche Kunst in ihrer ganzen Bandbreite: Juan José Mosalini und sein gefeiertes »Gran Orquesta de Tango«, fabelhafte Tänzer und die Sängerin Sandra Rumolino lassen das Flair der Hafencafés von Buenos Aires in der Tangonacht »Danza y Amor« lebendig werden.
Der Bandoneonspieler und Komponist Juan José Mosalini gilt als legitimer Erbe Astor Piazzollas und gehört zu den anerkanntesten Interpreten und Lehrern des »Tango Nuevo«. 1988 brachte Mosalini sein Instrument auf Hochschulniveau. Seither kommen Tangojünger aus aller Welt an das Konservatorium von Genevilliers bei Paris, um in die Geheimnisse der nahezu würfelförmigen »Quetschkommode« mit dem melancholischen Klang einzutauchen – denn das Bandoneon ist für die Tangomusik von genauso fundamentaler Bedeutung, wie »el abrazo« für den Tanz.
Das schier unerschöpfliche Thema »Die Liebe« steht im Zentrum der 20. Niedersächsischen Musiktage. Vier Wochen lang begibt sich Niedersachsens größtes Musikfestival in 70 Konzerten auf die facettenreichen Spuren der Liebe – quer durch alle Epochen und Genres.
Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.
Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.
Konzerttermin:
01.10.2006, 19.30 Uhr, Galerie Herrenhausen, Hannover
Aus dem Programm:
Gespielt werden unter anderem:
Astor Piazzolla (1921–1992)
. Lo que vendrá
. Adiós Nonino
. Bandó
. Tres minutos con la realidad
. Preparense
Julián Plaza (*1928)
. Nostálgico
Mariano Mores (*1922)
. Taquito Militar
Anibal Troilo (1914–1975)
. Romance de Barrio
Osvaldo Tarantino (1928–1991)
. Ciudad triste
Leopoldo Federico (*1927)
. Retrato a Julio Ahumada
. Cabulero
Julio De Caro (1899–1980)
. Selección de tangos
Osvaldo Ruggiero (1922–1994)
. Bordoneo y 900
Raul Garello (*1936)
. Bien al mango
Gerardo Matos Rodriguez (1897–1948)
. La Cumparsita
Leonard Bernstein (1918–1990)
. Don Goyo