Schubert-Mozart-Jelinek
Hannelore Hoger und das Kandinsky Streichtrio – eine hochspannende Begegnung zwischen Literatur und Musik. Die scheinbare Unschuld der Musik von Schubert und Mozart, gekoppelt mit Elfriede Jelineks drastischem Roman »Die Klavierspielerin«.
Die Liebes- oder besser Leidensgeschichte der Pianistin Erika Kohut aus Elfriede Jelineks Roman »Die Klavierspielerin« wurde durch die preisgekrönte (und vieldiskutierte) Verfilmung mit Isabelle Huppert und Benoît Magimel einem breiten Publikum bekannt. Geschildert wird ein Extremfall der Liebe, die Geschichte einer Frau, die von ihrer herrschsüchtigen Mutter, ihrer diffusen Sexualität und einer auf Macht und Erniedrigung basierenden Liebesbeziehung zerrieben wird.
Wie immer verfährt Elfriede Jelinek drastisch bis zum Äußersten, wie immer denkt sie die Schicksale ihrer Figuren mit unerbittlicher Konsequenz zu Ende. Der Roman ist nach Bekunden der gelernten Organistin und Komponistin Elfriede Jelinek ein Stück Autobiographie, aber auch ein äußerst kritischer Blick auf das Musikland Österreich, dem Jelinek immer verbunden geblieben ist, wenn auch mit gemischten Gefühlen.
Anders als die argwöhnisch beäugten Texte Elfriede Jelineks gehört die Musik Mozarts und Schuberts zum kulturellen Selbstverständnis Österreichs, zu den stolz präsentierten Schokoladenseiten der Alpenrepublik. Das Musiktage-Programm »Schubert-Mozart-Jelinek« unternimmt den Versuch einer Annäherung zum beiderseitigen Nutzen: Zu erleben ist die brisante Kombination von Jelineks »Klavierspielerin« mit der scheinbar unschuldigen Musik Schuberts und Mozarts. Garanten für eine erhellende und hochspannende Begegnung zwischen Literatur und Musik sind das Kandinsky Streichtrio und die gefeierte Bühnen- und Fernsehschauspielerin Hannelore Hoger, die nicht nur eine beliebte »Bella Block«, sondern auch eine exzellente Vorleserin ist.
Das schier unerschöpfliche Thema »Die Liebe«steht im Zentrum der 20. Niedersächsischen Musiktage. Vier Wochen lang begibt sich Niedersachsens größtes Musikfestival in 70 Konzerten auf die facettenreichen Spuren der Liebe – quer durch alle Epochen und Genres.
Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.
Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.
Konzerttermine:
14.09.2006, 20.30 Uhr, Pumpwerk, Wilhelmshaven
15.09.2006, 19 Uhr, Schloss, Gifhorn
16.09.2006, 19 Uhr, Kunststätte Bossard, Jesteburg
Programm:
Franz Schubert (1797–1828)
. Streichtrio B-Dur Nr. 1, D 471für Violine, Viola und Violoncello
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
. Divertimento für Streichtrio Es-Dur, KV563
Elfriede Jelinek (* 1946)
. Textauswahl aus »Die Klavierspielerin«