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freiheit1. - 30. September 2012
 

15.07.2005

Die Geschichte vom Soldaten
Puppen begegnen einem musikalischen Evergreen bei den Niedersächsischen Musiktagen

In Russland glaubt man, dass in Zeiten des Krieges der Teufel auf der Erde umgehe. In vielen russischen Märchen findet diese Idee Eingang, so auch in Alexander Afanassievs »Geschichte vom Soldaten«, der dem Teufel seine Seele verkauft, sie zwischenzeitlich zurückgewinnt und am bitteren Ende doch wieder verliert.

1917, in der Spätphase des 1. Weltkrieges, machten in der Schweiz der Komponist Igor Strawinsky und der Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz dieses Märchen zur Grundlage einer Kammeroper, die sie mit den einfachen Mitteln einiger weniger Musiker und Schauspieler realisieren konnten.

Das Stück trat einen Siegeszug an, den weder Komponist noch Textdichter vorausgeahnt hatten. Die Geschichte vom Soldaten wurde bis heute hunderttausendfach in den verschiedensten Versionen auf die Bühne gebracht. Eine besondere Besetzung ist die von Müllers Marionettentheater: Die Bühnenfiguren sind Puppen, und selbst die Musikinstrumente greifen gelegentlich in die Handlung ein.

»Die Geschichte vom Soldaten« ist ausdrücklich auch als Veranstaltung für ältere Kinder und Jugendliche geeignet; trotzdem sind natürlich Erwachsene ebenso willkommen - auf Niedersachsens größtem Musikfestival.

»Krieg und Frieden« ist das Thema der 19. Niedersächsischen Musiktage - 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach wie vor hoch aktuell. Vier Wochen lang macht sich Niedersachsens größtes Musikfestival in über 70 Konzerten auf die Suche nach Krieg und Frieden in allen Epochen und Genres. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.

Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.