15.07.2005
Die größte Schlacht seit Jericho
Jonas Bylund und sein Trombone Circus bei den Niedersächsischen Musiktagen
Von jeher umgibt die Posaune eine kriegerische Aura, aber nicht im profanen Sinn. Nein, ihr mächtiger, kraftvoller und majestätischer Tonfall schien göttlich inspiriert. Wie die Bibel berichtet, gaben nach sieben Tagen Posaunenbeschallung die Stadtmauern Jerichos nach, so dass die Israeliten die Stadt stürmen und zerstören konnten.
Weil sie offensichtlich die Fähigkeit besitzt, die Zuhörer das Fürchten zu lehren, steht die Posaune für das Jenseits, das Übernatürliche, die unbekannten Dimensionen dunkler Welten. In Requiem-Kompositionen hat sie deshalb die Aufgabe, die Schrecken des Jüngsten Gerichts zu verkünden. Und in Wagners »Ring« gibt sie dem Fluchmotiv ihre unheimliche Stimme.
Dass sie auch andere Töne anblasen kann und auch in diesseitigen Welten etwas zu sagen hat, das demonstriert Jonas Bylund, einer der weltweit erfolgreichsten Posaunisten der Gegenwart, an diesem Posaunenabend der Extra-Klasse. Unter dem Titel »Die größte Schlacht seit Jericho« spielt er zusammen mit seinem 12 Personen starken Trombone Circus ein vielseitiges Programm quer durch die Musikgeschichte der Posaunenliteratur, vom »Walkürenritt« bis zu Ferdinand Davids Posaunenkonzert in einem Arrangement für 12 Solisten.
Dieser Abend ist Pflicht für alle Posaunenchöre und ein Vergnügen für alle Musikfreunde.
»Krieg und Frieden« ist das Thema der 19. Niedersächsischen Musiktage 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach wie vor hoch aktuell. Vier Wochen lang macht sich Niedersachsens größtes Musikfestival in über 70 Konzerten auf die Suche nach Krieg und Frieden in allen Epochen und Genres. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.