15.07.2005
Der Siegeszug des Swing
Das World Famous Glenn Miller Orchestra bei den Niedersächsischen Musiktagen
Mit seinen Evergreens »In the Mood«, »Moonlight Serenade« und »Chattanooga Choo Choo« hatte die Band unter der Leitung des Posaunisten und Arrangeurs Glenn Miller maßgeblichen Anteil am Siegeszug des Swing.
Anders als die Bands von Benny Goodman, Count Basie und Duke Ellington wurde Millers Orchester u.a. wegen seines samtigen Sounds nie so recht dem Jazz zugerechnet. Dafür bestimmte die Band den Musikgeschmack an der Schwelle von den depressionsgebeutelten, in den USA aber noch friedlichen 1930ern zu den Kriegsanstrengungen und Opfern der 1940er.
Miller und viele seiner Musiker meldeten sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig zur Truppenbetreuung. Auch der Glenn-Miller-Sound wurde nun kriegerischer, etwa mit den Titeln »St. Louis Blues March«, »American Patrol« und »When Johnny Comes Marching Home«. Und selbst scheinbar harmlose Hits wie »Don’t Sit Under the Apple Tree« wurden zu einer Stärkung der Truppenmoral, war der Text doch eine zuckersüße Erinnerung, dass die Freundin oder Frau in der Heimat doch bitteschön keusch und treu bleiben möge.
Miller selbst kehrte nicht aus dem Krieg zurück, aber sein Sound lebt bis heute weiter - und das live mit dem World Famous Glenn Miller Orchestra.
»Krieg und Frieden« ist das Thema der 19. Niedersächsischen Musiktage - 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach wie vor hoch aktuell. Vier Wochen lang macht sich Niedersachsens größtes Musikfestival in über 70 Konzerten auf die Suche nach Krieg und Frieden in allen Epochen und Genres. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.