15.07.2005
Battaglia: Musikalische Schlachten des Barock
Das Ensemble Bell'Arte Salzburg zu Gast bei den Niedersächsischen Musiktagen
Die »Battaglia« - zu Deutsch: die Schlacht - gehörte im Barock zu den beliebtesten musikalischen Gattungen. Denn an den Höfen der Machthabenden erfreute man sich an der kriegsermunternden Zerstreuung, die musikalische Schlachtengemälde boten. Und so schlugen die Komponisten unterhaltsame, folkloristische, oft sogar humoristische Töne an. Das klanglich Spektakuläre des Krieges stand im Vordergrund, nicht die Darstellung des Grauenerregenden.
Krieg in der Musik äußert sich dann in schmissigen Tonmalereien: Man vernimmt den Aufmarsch der Truppen, Kampfsignale, Schlachtenlärm, Säbelrasseln, Gewehrsalven, Geschützfeuer und gegebenenfalls Siegeslieder. Battaglien zu komponieren bedeutete deshalb für die Komponisten auch, den Spaß an derben Lautspielereien ausleben und neue Klangmittel unkonventionell einsetzen zu dürfen.
Das Ensemble Bell'Arte Salzburg, das sich in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf als Spezialist für Barockmusik erworben hat, wird zusammen mit der herausragenden Barocktrompeterin Anna Freeman und unter der Leitung seiner Gründerin Annegret Siedel (Barockvioline) einen weiten Rundblick über die spannendsten Battaglien dieser Zeit bieten. Da darf Heinrich von Bibers »Battalia à 10« genauso wenig fehlen wie François Couperins »La Steinquerque« oder Johann Paul von Westhoffs »La Guerre«.
»Krieg und Frieden« ist das Thema der 19. Niedersächsischen Musiktage - 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach wie vor hoch aktuell. Vier Wochen lang macht sich Niedersachsens größtes Musikfestival in über 70 Konzerten auf die Suche nach Krieg und Frieden in allen Epochen und Genres.
Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner der Niedersächsischen Musiktage über das Festival in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.