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freiheit1. - 30. September 2012
 

25.05.2004

Die großen Alten - Das Prager Panocha Quartett bei den Niedersächsischen Musiktagen

„Heimat?!“ ist das Thema der 18. Niedersächsischen Musiktage. Ein vielschichtiger Begriff, der heute wieder zunehmend Relevanz erhält. Internationale Solisten und Ensembles vom Tschechischen National-Sinfonieorchester bis zu Viktor Lazlo präsentieren in über 70 Konzerten ihre Heimat-Sicht. Von Smetanas „Moldau“ bis zum Türk-Rock reicht die Bandbreite des größten Festivals für Niedersachsen. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.

Streichquartette gibt es wie Sand am Meer. Die richtig berühmten kann man an einer Hand abzählen. Es sind Alban Berg, Hagen, Amadeus, Lasalle. Tatsächlich ist Prag so etwas wie der Hort des weltweiten Quartettspiels. Und das Panocha Quartett hat längst den Rang der weltweit anerkannten Tradition tschechischer Streichquartette erreicht, die von dem Tschechischen (Böhmischen) Quartett begründet und später von den Quartetten Smetana, Janáček und Vlach weitergeführt wurde. Die vier Herren haben auf dem international angesehenen tschechischen Label Supraphon den gesamten Dvořák eingespielt. Ausgezeichnete Aufnahmen (u.a. mit Andras Schiff bei Teldec und DECCA) und vor allem Konzerte in aller Welt unterstreichen die internationale Klasse der vier großen Alten der tschechischen Musik.

2004 ist das Dvořák- und Janáček-Jahr (100. Todesjahr Dvoráks, 150. Geburtstag Janáčeks). Das Musiktage-Programm des Panocha-Quartetts ehrt zwei Komponisten, die Heimat auf sehr verschiedene Weise in Musik verwandeln: Antonín Dvořák, der volksnahe Musikant, schrieb in sein amerikanisches Streichquartett das ganze Heimweh nach Böhmen hinein. Leos Janáček versuchte musikalisch eine Sprache zu finden, die dem gesprochenen Wort seiner Lachischen Heimat entsprach. Mit dem Böhmen Zdeněk Fibich steht außerdem ein Komponist auf dem Programm, dessen Musik mit Dvořák spielend mithalten kann, und den man hierzulande kaum kennt, weil er mit seiner internationalen Musiksprache dem böhmischen Musikanten-Bild nicht entsprach. Die Musiktage bieten wie so oft also wieder Highlights und Raritäten in einem Programm.

Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.

Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner über die Niedersächsischen Musiktage in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.

Konzerttermin:

Donnerstag, 23.09.2004, 20.00 Uhr, Forum am Schiffgraben, Hannover

Programm:

Zdeněk Fibich: Streichquartett Nr. 2 G-Dur op. 8
Leos Janáček: Streichquartett Nr. 1 "Die Kreutzer-Sonate"
Antonín Dvořák: Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96 "Amerikanisches"