25.05.2004
Neue Heimat für alte Gesänge - Duruflé Requiem – erstklassig besetzt: Ein Höhepunkt der Kirchenmusik in Melle
„Heimat?!“ ist das Thema der 18. Niedersächsischen Musiktage. Ein vielschichtiger Begriff, der heute wieder zunehmend Relevanz erhält. Internationale Solisten und Ensembles vom Tschechischen National-Sinfonieorchester bis zu Viktor Lazlo präsentieren in über 70 Konzerten ihre Heimat-Sicht. Von Smetanas „Moldau“ bis zum Türk-Rock reicht die Bandbreite des größten Festivals für Niedersachsen. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Der gregorianische Gesang hat ein großes Revival erlebt. Etwa als Projekte wie „Enigma“ die meditativen Melodien mit Popsounds verbanden. Aber die Vermischung von Gregorianik und anderen Musikrichtungen ist nicht neu: Die bis heute schönste und opulenteste Fassung schuf der Franzose Maurice Duruflé. Er ließ die gregorianischen Melodien völlig unberührt, versah sie aber mit einem berauschenden Klangmantel mit eindeutig französischem Ansatz. Damit gab er der internationalen Gregorianik eine neue Heimat und verortete sie gleichsam mitten in Paris. Im Stil zwischen Debussy und Ravel gelang Duruflé ein Wurf, der zu den bedeutendsten Schöpfungen der Kirchenmusik zählt.
Nach Antonín Dvořáks „Stabat Mater“ im vergangenen Jahr präsentieren die Niedersächsischen Musiktage gemeinsam mit der Sparkasse Melle erneut ein großes Stück Kirchenmusik in exzellenter Besetzung.
Die Chöre für dieses Konzert sind mit Bedacht ausgesucht: Der stimmgewaltige Hamburger NDR Chor, Norddeutschlands einziger Profichor, und der Mädchenchor Hannover, dessen mehrfach ausgezeichnete Sängerinnen die sphärisch hohen Passagen des Requiems perfekt zur Geltung bringen.
Mit Christiane Iven und Shigeo Ishino treten zwei international dekorierte Sänger in St. Matthäus auf. Beide sind als Solisten an der Staatsoper Hannover engagiert.
Die NDR Radiophilharmonie ist seit Jahren eines der führenden Orchester Deutschlands. Dank einer intensiven Partnerschaft zwischen dem NDR und den Musiktagen gelingt es immer wieder, die Radiophilharmonie auch für ungewöhnliche und aufwändige Projekte zu gewinnen.
Mit Gustaf Sjökvist übernimmt schließlich ein Mann die Leitung des Konzerts, der als Nachfolger des legendären Eric Ericson zu den ganz großen Dirigenten in der internationalen Chorszene zählt.
Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner über die Niedersächsischen Musiktage in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.
Konzerttermin:
Sonntag, 19.09.2004, 17.00 Uhr, St. Matthäuskirche, Melle
Programm:
Gregorianische Gesänge
Claude Debussy: Trois Nocturnes
Maurice Duruflé: Requiem