25.05.2004
Heimat und Heimweh im Konzert - Klaviervirtuose mit großer Ausstrahlung: Lev Vinocour bei den Niedersächsischen Musiktagen
„Heimat?!“ ist das Thema der 18. Niedersächsischen Musiktage. Ein vielschichtiger Begriff, der heute wieder zunehmend Relevanz erhält. Internationale Solisten und Ensembles vom Tschechischen National-Sinfonieorchester bis zu Viktor Lazlo präsentieren in über 70 Konzerten ihre Heimat-Sicht. Von Smetanas „Moldau“ bis zum Türk-Rock reicht die Bandbreite des größten Festivals für Niedersachsen. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.
Ein Abend auf der Kreuzung: Als Sergej Rachmaninow 1943 in Beverly Hills starb, hatte er über ein Vierteljahrhundert in den USA zugebracht und doch kein Wort Englisch gesprochen. Er sprach und er schrieb Russisch, vorrevolutionäres Russisch! Seine Klavierwerke atmen die Welt des Zaren und der großen russischen Heimat. Als George Gershwin, der Sohn russischer Einwanderer, in New York seine ersten Erfolge vorlegte, war ihm gelungen, was vor ihm so recht niemand schaffte: Die Synthese aus Tin Pan Alley und Champs Elysées. Rachmaninow und Gershwin in einem Programm begegnen zu lassen, bedeutet Rückblick und Vorschau in einem. Musik als letzte Heimat und Musik, die überall in der Welt zu Hause ist.
Lev Vinocour ist ein international gefeierter Pianist, der als gebürtiger Russe die Heimat Rachmaninows ebenso kennt wie dessen Exilheimat. Vinocour tritt mit Dirigenten wie Vladimir Fedosseyev auf und ist ein Virtuose mit großer Ausstrahlung. Für das Programm mit der 2. Klaviersonate und den Corelli-Variationen von Rachmaninow sowie Originalkompositionen von Gershwin ist Vinocour noch aus anderem Grund die perfekte Wahl: Musikalische Anregungen erhielt er fast zu gleichen Teilen von russischen und amerikanischen Pianisten: Charles Rosen, Lev Vlassenko, Alexis Weissenberg, Murray Perahia, Leon Fleisher sind seine Mentoren.
Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.
Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner über die Niedersächsischen Musiktage in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.
Konzerttermin:
Sonntag, 03.10.2004, 19.30 Uhr, Orangerie Herrenhausen, Hannover
Programm:
Sergej Rachmaninoff / John Stafford Smith: The Star-Spangled Banner
George Gershwin: Strike up the Band / Liza / The man I love / Impromptu in two keys / 6 Preludes
Sergej Rachmaninoff: Variationen über ein Thema von Corelli op. 42 / Sonate No. 2 b-Moll op. 36, 2. Fassung 1931