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freiheit1. - 30. September 2012
 

25.05.2004

Musikalische Tradition mit Spitzenorchester - Armenisches Kammerorchester „Serenade“ bei den Niedersächsischen Musiktagen

„Heimat?!“ ist das Thema der 18. Niedersächsischen Musiktage. Ein vielschichtiger Begriff, der heute wieder zunehmend Relevanz erhält. Internationale Solisten und Ensembles vom Tschechischen National-Sinfonieorchester bis zu Viktor Lazlo präsentieren in über 70 Konzerten ihre Heimat-Sicht. Von Smetanas „Moldau“ bis zum Türk-Rock reicht die Bandbreite des größten Festivals für Niedersachsen. Die Niedersächsischen Musiktage werden veranstaltet von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Kulturstiftung der niedersächsischen Sparkassen.

Sie sind jung und erfolgreich: 20 armenische Musiker haben in kurzer Zeit das Kammerorchester „Serenade“ zu einem der führenden Ensembles seiner Art in Europa gemacht. Das beeindruckt besonders, berücksichtigt man die schlechten technischen Voraussetzungen, denen die Musiker gegenüberstehen. Serenade hat zwei Motoren: Zum einen die enge, fast innige Beziehung zur Musik ihrer armenischen Heimat und zum anderen mit Eduard Topchian den hoch begabten jungen Chefdirigenten des armenischen Nationalorchesters als Leiter. Einladungen auf internationale Musikfestivals sind eine Anerkennung der Leistungen dieses Orchesters.

Durch die jahrhundertelange Trennung von Volksmusik und Kunstmusik gibt es hierzulande im Konzertsaal kaum noch authentische Bezüge zur Tradition, zur musikalischen „Basis“. Anders in Armenien. Große Komponisten wie Khatchaturian, Arutjunjan oder Mirzojan haben die volksmusikalischen Wurzeln nie durchtrennt. Ihre Werke leben von treibenden Rhythmen, verbunden mit virtuosen Melodien und einer klugen Annäherung an eine internationale Musiksprache. Tigram Mansurians mitreißendes Violinkonzert steht ebenso auf dem Programm wie die bedeutenden Variationen für Streichorchester von Eduard Mirzojan. Mit „Baal Shem“ des Schweizers Ernest Bloch und der Streicherserenade von Antonín Dvořák stehen den armenischen Entdeckungen schließlich zwei international berühmte Werke gegenüber.

Als Solistin konnte für dieses Konzert die junge Geigerin Sibylle Tschopp gewonnen werden. Seit ihrem Gewinn bei der „15. Internationalen Tribüne junger Interpreten“ der UNESCO ist die gebürtige Züricherin in internationalen Musikzentren (Hamburg, Dresden, London, Los Angeles, Chicago) aufgetreten. Neben ihrem Studium in den USA und in der Schweiz arbeitete Sibylle Tschopp unter anderem in Meisterklassen mit Lord Yehudi Menuhin, Pierre Amoyal, Rudolf Baumgartner.

Karten und Informationen: www.musiktage.de und Hotline 0511/360 33 33.

Auch in diesem Jahr wird der NDR als Medienpartner über die Niedersächsischen Musiktage in den Programmen NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten.

Konzerttermine:

Freitag, 17.09.2004, 20.00 Uhr, Stadttheater, Cuxhaven
Samstag, 18.09.2004, 20.00 Uhr, St.-Laurentius-Kirche, Achim
Sonntag, 19.09.2004, 19.00 Uhr, Empore, Buchholz

Programm:

Eduard Mirzojan: Variationen für Streichorchester in d-Moll
Tigram Mansurian: Konzert für Violine und 18 Streicher
Ernest Bloch: Baal Shem, Three Pictures of Chassidic Life für Violine solo und Streichorchester
Antonín Dvořák: Serenade op. 22 E-Dur