Stierkämpfer und spanischer Mozart: Das Cuarteto Casals bei den 16. Niedersächsischen Musiktagen
Die Niedersächsischen Musiktage sind das größte Musikfestival des Landes. Als Veranstalter der 70 Konzerte vom 1. bis 29. September präsentieren die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkassen des Landes internationale Musiker von höchstem Rang. In den Konzertsälen, Kirchen, Theatern, Scheunen und Schlössern Niedersachsens treten Stars wie Dominique Horwitz und Gilles Apap oder der Jazz-Kultpianist Uri Caine auf. Besonderheit des Festivals ist das jährliche Thema: »Vorbilder und Nachklänge« stehen 2002 im Mittelpunkt. Das Cuarteto Casals hat Klänge aus seiner Heimat mit nach Freiburg/Elbe und Unterlüß gebracht.
Spanische Musik im Reiseführer: Die rassige Señorita in der Bodega mit Gitarrenbegleitung und rauhem Gesang. Doch dieses Bilderbuch-Spanien ist nur ein winziger Teil einer beeindruckenden Musikgeschichte. Spanien hat sich immer etwas fern gehalten vom übrigen europäischen Musikgeschehen. Und so entwickelten sich eigene Genres wie die operetten-nahe Zarzuela, und besonders in der »ernsten« Musik sind immer Reste spanischer Folklore zu finden. Joaquín Turinas »Gebet des Stierkämpfers« ist so eine Musik. Doch wie viele andere Meisterwerke Spaniens ist diese Musik selten in Deutschland zu hören: Kaum ein Ensemble hierzulande hat spanische Werke im Repertoire.
Die Niedersächsischen Musiktage haben deshalb das Cuarteto Casals nach Freiburg/Elbe und Unterlüß eingeladen – einen der feinsten Musikexporte Spaniens. Die vier Musiker haben sich benannt nach Pablo Casals, einem der bedeutendsten Musiker des 20. Jahrhunderts, und das aus gutem Grund: Das Cuarteto Casals spielt die Quartett-Klassiker auf höchstem Niveau (das Studium beim weltberühmten Alban Berg Quartett ist das Gütesiegel dafür). Aber es hat eben auch die Spanier »drauf«. So gibt es die seltene Gelegenheit, Turinas Meisterwerk und eine noch größere Rarität, ein Streichquartett des »spanischen Mozart« zu hören: Juan Crisostomo de Arriaga hat in den 20 Jahren seines Lebens Musik von unerhörter Qualität geschrieben, die außerhalb Spaniens wenig bekannt ist.
Das Cuarteto Casals stellt der Musik seiner Landsleute zwei europäische Berühmtheiten gegenüber: Claude Debussys Streichquartett als Gegenstück zu Turinas Musik, und Mozarts »Dissonanzen-Quartett« im Vergleich mit Arriaga. So begegnen sich ganz im Sinne des Musiktage-Themas »Vorbilder und Nachklänge«.
Mehr Informationen gibt es unter www.musiktage.de, bei der Musiktage- Hotline 0511/360 3333 oder bei Ihrer Sparkasse.
Konzerttermine:
03. September, 20 Uhr, Freiburg/Elbe, Kunstverein Kehdingen
04. September, 20 Uhr, Unterlüß, Albert-König-Museum