Liebesszenen in der Kirche Purcells »Fairy Queen« erobert Gotteshäuser
Der Plot ist bekannt: Hermia weigert sich, Demetrius zu heiraten, weil sie Lysander liebt. Titania, die Gattin des Elfenkönigs, verliebt sich in einen hübschen Edelknaben und verweigert sich ihrem Gatten. Puck, der Kobold, soll die Sache richten. William Shakespeares Sommernachtstraum hat von Schulbühnen bis zu den bedeutendsten Schauspielhäusern alle Interpretationen und Metamorphosen überlebt. Dass er aber in Kirchen zu erleben ist, daran hätte zumindest sein Urheber nicht gedacht. Das Ensemble »Les Elements Düsseldorf« und die Sopranistin Silke Evers werden die tolldreiste Liebesgeschichte des Engländers in der Fassung seines Landsmannes Henry Purcell in den Kirchenschiffen von Diepholz, Uchte, Hagenburg und Stade erzählen. Arien aus »The Fairy Queen« einer der reizvollsten barocken Opern – oder Semi-Operas, wie Purcell sie nennt – werden erklingen im Gewand ihrer Zeit.
Les Elements Düsseldorf spielen auf historischen Instrumenten und werden geleitet von einem der begabtesten deutschen Musiker unserer Zeit: Martin Schmeding, vielfach ausgezeichnet bei internationalen Wettbewerben, ist heute Organist an der Düsseldorfer Neanderkirche und gilt als Genie auf der Orgel.
Die Wahl der Kirchen als Spielstätten der Fairy Queen-Abende bei den Niedersächsischen Musiktagen hat ebenfalls historische Logik: Kaum ein Werk jener Zeit wurde in der Akustik moderner Konzertsäle aufgeführt. Stein war üblich, und Stein bedeutet Hall. Kaum ein Konzertsaal bietet aber noch Stein, und so ist der Weg in die Kirchen auch ein Weg zur historischen Aufführungspraxis, auch wenn zu Purcells Zeiten die Liebesgeschichten von Shakepearscher Heftigkeit in der Westminster Abbey keinen Platz gefunden hätten.
Termine:
18. September, 19.30 Uhr, Uchte, Ev.-luth. Kirche
19. September, 20 Uhr, Diepholz, St. Nicolai-Kirche
20. September, 20 Uhr, Hagenburg, Kirche St. Nikolai
21. September, 20 Uhr, Stade, St. Wilhadi