Ausgerechnet Ich!
Die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die niedersächsischen Sparkassen präsentieren: Vier Wochen, 72 Konzerte, 65 Orte. Auch in diesem Jahr spielen die Niedersächsischen Musiktage wieder eine Hauptrolle im Festivalbetrieb der Republik. Die Zahlen, die aus den Musiktagen das Festival mit den meisten Orten weltweit machen, sind das eine. Hellhörig werden Musikfreunde spätestens bei einem Programm, das für 2001 internationale Stars und vor allem wieder unerhörte Programme bietet: »MärchenErzählungen« lautet das Thema in diesem Jahr. Mit Alfred Brendel ist der international bedeutendste Pianist auf dem Festival zu Gast. Aber ohne Instrument...
Er spielt nicht, er liest. Der unangefochten bedeutendste Pianist unserer Zeit hat auch als Autor skurriler Gedichte und Erzählungen viele Anhänger. Alfred Brendel schreibt in seinen Bänden »Kleine Teufel«, »Fingerzeig« oder »Störendes Lachen beim Jawort« Geschichten um Musik und um das Leben. Er zeigt sich als wacher und witziger, intelligent-ironischer Beobachter eines nur an der Oberfläche normalen Umfelds.
Ohne seine Lesungen kennt man Alfred Brendel nicht. Er ist nicht nur Pianist, er ist ein umfassender Künstler, ein Mensch, der kein Lehrer sein will, und von dem wir gerade deshalb lernen können. Mit ungewöhnlicher Offenheit berichtet Brendel in dem autobiographischen Buch »Ausgerechnet Ich!« von Höhen und Tiefen eines inzwischen 70jährigen Künstlerlebens. Er ist kein Virtuose, kein Titan, keine Tastenlöwe.
Auch in seinem siebzigsten Geburtsjahr spielt Alfred Brendel in allen großen Konzertsälen der Welt. Umso schöner für die Niedersächsischen Musiktage, dass der Schriftsteller Alfred Brendel vom Pianisten einen Abend frei bekommen hat, um zum Thema »MärchenErzählungen« seinen ganz eigenen Beitrag zu leisten. Neben Brendels kunstvollen Kurzgrotesken, in denen die Anarchie fröhliche Urständ feiert, hält Brendel immer wieder zum Nachdenken an. Das hochsensible Nachwort von »Ausgerechnet Ich!« endet er mit der Aufforderung »Blicke um Dich. Liebe!«
Alfred Brendels einziger Musiktage-Auftritt findet statt am Montag, 17. September um 20 Uhr im Forum am Schiffgraben 6 – 8 in Hannover. Diese Lesung reiht sich ein in 72 »MärchenErzählungen« auf Niedersachsens größtem Musikfestival. In diesem Jahr sind zu Gast: Alfred Brendel, Emma Kirkby, Mr. Schnabel, das Rosamunde Quartett, Thomas Zehetmair, Wilhelm Wieben, hr-brass, Claron McFadden, das Raschér-Saxophone Quartet, Tanglewood, die Staatskapelle Weimar und viele andere.
Mehr Informationen gibt es unter www.musiktage.de, bei der Musiktage-Hotline 0511/360 3333 oder bei Ihrer Sparkasse.